Samstagskolumne vom 16. Mai 2026 von Jörg Hoffmann

Die Talsohle der Mai-Kälte ist durchschritten
Zunächst noch wechselhaft mit Tiefausläufern, aber langsam wärmer
Zum Pfingstwochenende sonniger und frühsommerlich-warm
Samstag, 16.05.2026: Pünktlich zur Eisheiligenwoche ist der Mai ordentlich abgestürzt. Ein umfangreicher, vom Nordpolarmeer bis zum westlichen Mittelmeer reichender, mit Höhenkälte angefüllter Trog sorgte für wechselhaftes und sehr kühles Maiwetter mit vielen Schauern und Regenfällen.
Während der April sich wie ein vorgezogener Wonnemonat gezeigt hat, beschert der launische Mai jetzt verspätetes Aprilwetter.
Die Tiefs DOREEN und FEE lenkten zusammen mit einer sich stets neu regeneriernden Troglage labile Polarluft aus arktischen Gefilden nach Mitteleuropa, so dass mit Temperaturen von 8 bis 10 Grad die Talsohle der Mai-Kälte erreicht wurde.
Die Umstellung zu diesem Kaltluftrückfall leitete am letzten Sonntag eine von Frankreich übergreifende Tiefdruckrinne ein, in der sich über dem Saarland mehrere Gewitterzellen gebildet haben, die in Eiweiler um Umgebung für ein heftiges Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen und Hagel gesorgt haben. Innerhalb von knapp zwei Stunden fielen dabei in Eiweiler 47,7 mm Regen, was die höchste Tagesmenge seit dem Jahrhundert-Regen vom 17. Mai 2024 (128,5 mm) war. In den anderen Gebieten im Saarland fiel deutlich weniger Regen. Bis heute sind durch die weiteren Regenfälle in dieser Woche somit schon 75,2 mm Regen im Mai gefallen – in der ersten Monatshälfte wurde das Regensoll des Monats bereist erreicht.
Die Troglage mit der Nordwest- bis Nordströmung geht am Wochenende zu Ende, die Strömung dreht mehr auf West bis Südwest und Tiefausläufer vom Atlantik führen etwas mildere Luft heran, wobei es zunächst noch wechselhaft mit Schauern bleibt. Erst in der zweiten Wochenhälfte dehnt sich allmählich hoher Luftdruck zu uns aus und Richtung Pfingstwochenende deutet sich sonniges und wärmeres Frühlingswetter an. Je nach Lage des Hochs könnte es auch frühsommerliche Temperaturen über 25 Grad geben – welch ein Kontrast zur aktuellen sehr kühlen Witterung!
Heute behauptet sich zwar noch die Troglage, doch das schwache Zwischenhoch YGGLEV sorgt dafür, dass es bei wechselnder Bewölkung nur noch vereinzelt zu kurzen Schauern kommt. Die Höchstwerte liegen um 13 Grad.
Morgen hat sich der Höhentrog aufgefüllt, aber wir geraten auf die Vordeseite des Tiefs HENRIETTE zwischen Island und Schottland, dessen Warmfront viele Wolken bringt. So ist es wolkig bis stark bewölkt, bleibt jedoch bis abends außer wenigen Tropfen meist noch trocken und mit Temperaturen um 16 Grad wird es schon etwas milder.
Am Montag zieht der Tiefausläufer mit schauerartigen Regenfällen durch, nachmittags gibt es Auflockerungen mit einzelnen Schauern, die Temperaturen liegen zwischen 14 und 16 Grad.
Nach kurzer Wetterberuhigung mit freundlichen Phasen bilden sich am Dienstag zum Nachmittag wieder Schauer bei Temperaturen bis 17 Grad.
Wechselhaft mit weiteren Schauern gestaltet sich auch der Mittwoch unter Einfluss eines Randtrogs über der Nordsee.
Am Donnerstag weitet sich ein Hochkeil aus Südwesten nach Mitteleuropa aus und es wird wolkig mit Aufheiterungen und ist trocken bei Erwärmung auf 18 bis 20 Grad.
Ab Freitag bildet sich dabei das Hoch ZENO, das mit seinem Schwerpunkt nach Skandinavien wandert und uns ein sonniges Pfingstwochenende beschert.
Der Freitag zeigt sich heiter mit harmlosen Quellwolken und trocken bei Höchstwerten um 22 Grad.
Samstag und Sonntag sind sonnig bis leicht bewölkt mit frühsommerlichen Temperaturen von 24 bis 27 Grad. Eventuell besteht am Sonntag und Montag ein geringes Schauer- und Gewitterrisiko, wenn sich am Rande des Hochs feuchte Luft aus Südosten bemerkbar machen könnte.
Fotos: Jörg Hoffmann

Nach der sehr kühlen Witterung stellt sich die Großwetterlage nach Wochenmitte wieder um, ein Hoch baut sich über Mitteleuropa auf und die Luft kann sich an Pfingsten auf frühsommerliche Werte erwärmen.