Sonntagskolumne vom 01. März 2026 von Jörg Hoffmann


Extreme Frühlingswärme beendete viel zu milden Winter


Stabiles Hochdruckswetter mit viel Sonne zum Start in den März

Frühlingshafte Temperaturen auch in der nächsten Woche

Sonntag, 01.03.2026: Hoch HEIKO bescherte zum Februar-Finale mit extrem milder Luft Vorfrühling im eigentlichen Spätwinter und ließ die Temperaturen am Freitag in Deutschland auf 20 Grad und mehr ansteigen.

Ohlsbach am Oberrhein meldete mit 23 Grad die höchste Temperatur und an zahlreichen Wetterstationen wurden nicht nur Tages- sondern auch Monatsrekorde aufgestellt.

Im Saarland war es in Burbach mit 20,9 Grad am wärmsten, in Eiweiler wurde mit 19,6 Grad die dritthöchste Temperatur im Februar der Messreihe registriert. Die bisher wärmsten Februartage wurden erst in den letzten Jahren erreicht, als der 27. Februar 2019 mit 21,7 Grad den Rekord aufgestellt hatte und am 24. Februar 2021 19,7 Grad gemessen wurde. Wir erlebten zum Finale des meteorlogischen Winters Temperaturen wie sie erst für April und Mai normal sind.

Ohnehin mutiert der Februar im letzten Jahrzehnt immer mehr zu einem Frühlingsmonat, denn mit einem Mittelwert von 5,0 Grad war es bereits der 8. deutlich zu milde Februar in Folge. Gegenüber der für den Klimawandel relevanten Referenzperiode 1961 bis 1990 war der Februar um 3,4 Grad zu mild. Im Vergleich zur 30-jährigen Eiweiler-Normperiode betrug die positive Abweichung 3,1 Grad.

Mit einer Niederschlagssumme von 121 mm fielen 55 mm mehr Regen als üblich, was einem beachtlichen Überschuss von 83 Prozent entspricht.

Der Winter leistete sich im Februar im Saarland, welches mit großen Abstand das wärmste Bundesland in Deutschalnd war, einen Totalausfall.

Der zu Ende gegangene Winter war mit einem Temperaturmittel von 3,3 Grad gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 um 2,1 Grad zu mild und im Vergleich zur Normperiode 1989 bis 2018 um 1,6 zu mild. Die Serie der viel zu milden Winter setzte sich damit zum neunten Mal fort.

Der Niederschlag erreichte vor allem dank des sehr nassen Februar mit einer Summe von 246,7 mm nahezu sein Soll mit 99 Prozent. Das anfängliche Defizit aus dem sehr trockenen Dezember konnte somit ausgeglichen werden. Auch beim Niederschlag war das Saarland das regenreichste Bundesland.

Mit Passage der Kaltfront des von der Nordsee nach Südschweden wandernden Tiefs DOREEN ging gestern die ungewöhnliche Februarwärme zu Ende. Dabei hatte der Tiefausläufer außer Wolken und Windböen keine große Wetterwirksamkeit, die Temperatuen gingen jedoch um fast 10 Grad zurück.

Zum Start in den März und damit in den meteorologischen Frühling übernimmt schon wieder ein neues Hoch die Regie und sorgt für sonniges und trockenes Frühlingswetter.

Hoch IACKEL zieht heute über Deutschland ostwärts und die Luft soll sich wieder langsam erwärmen. Die Ausläufer von Islandtief ELKE streifen nur den Norden Deutschlands. So ist es heute teils heiter, teils bewölkt und trocken. Nach klarer Nacht mit Bodenfrost steigt das Thermometer tagsüber auf Werte um 10 Grad.

In der nächsten Woche bestimmt eine riesige Hochdruckblase über Mitteleuropa unser Wetter, die sich vom Mittelmeer bis nach Skandinavien aufbläht, wodurch die Frontalzoen auf dem Atlantik vollständig blockiert wird. Bodennah befinden wir uns dabei an der Westflanke des Hochs IACKEL über Osteuropa und es wird wieder sehr milde Luft aus Süden zu uns geführt. Im weiteren Verlauf dreht die Strömung auf östliche Richtungen und es sickert gegen Ende der Woche etwas kühlere Luft ein.

Von Montag bis Freitag ist es meist sonnig oder locker bewölkt und trocken, die Höchstwerte liegen dabei zwischen 14 und 18 Grad. Gegen Ende der Woche könnte es etwas wolkiger werden, da uns aus Westen Reste von Tiefausläufern streifen, es soll aber trocken bleiben. Die Temperaturen gehen mit 10 bis 13 Gad etwas zurück, dennoch ist es weiterhin mild.

So wie es derzeit aussieht, scheint die Growßetterlage stabil zu sein, so dass der März in der ersten Monatshälfte von Hochdruck dominiert sein wird und kaum Niederschlag fallen soll.

Fotos: Jörg Hoffmann

Der Vorfühling hat auch in der Pflanzenwelt Einzug gehalten. Aufgrund des viel zu milden Februars und der ungewöhnlichen Frühlingswärme zum Februar-Finale ist die Vegetation auch in diesem Jahr ihrer Zeit wieder viele Wochen voraus und so blühen schon seit einigen Tagen die ersten Frühblüher mit den Krokussen. Auch die ersten Osterglocken blühen bereits in den Gärten. So finden Bienen und Hummeln den ersten Nektar in diesem Vorfrühling. Nach einem trüben Februar scheint uns nun der März mit reichlich Sonnenschein entschädigen zu wollen. In den kommenden Tagen herrscht jedenfalls trockenes und mildes Hochdruckwetter.