Samstagskolumne vom 14. März 2026 von Jörg Hoffmann


Dämpfer für den Frühling


Tiefs mit Regen und kühler Luft unterbrechen den Hochdruck

Ab Mittwoch erneut blockierende Hochdrucklage, aber durch Ostströmung eher kühl

Samstag, 14.03.2026: Nachdem das erste Märzdrittel viel zu mild verlaufen ist – der März ist derzeit mehr als 4 Grad zu warm – hat sich die Großwetterlage zur Wochenmitte umgestellt und Tiefs vom Atlantik konnten uns wieder erreichen.

So sorgte am Mittwoch Tief FRITAUN mit 7,1 mm für den ersten Niederschlag im März. Nach kurzem Zwischenhocheinfluss griff gestern Nachmittag die langsam schleifende Kaltfront des Nordmeetiefs GINA über. Am Wochenende setzt sich maritime Kaltluft durch und der bisher sehr milde Frühling erhält einen spürbaren Dämpfer.

Nach einer weiteren Tief- und Trogpassage am Wochenbeginn baut sich in der Folge neuer Hochdruckeinfluss auf und die Strömung dreht auf Nordost. Im Vergleich zur langen und viel zu milden Hochdruckphase, die uns seit Ende Februar mit richtigem Frühlingswetter verwöhnte, haben wir es diesmal jedoch mit einer gefühlt kühlen Ostströmung zu tun, denn ein kräftiger Nordostwind lässt die Temperaturen nicht mehr so hoch ansteigen wie zuletzt. Der März wird sozusagen wieder auf Normalniveau, was die Temperaturen betrifft, zurechtgestutzt. Die zweite Märzhälfte wird also holpriger verlaufen als die erste Hälfte. Aufgrund der wieder aufkommenden Hochdruckdominanz bleibt Regen Mangelware und der März dürfte trocken ausfallen.

Heute sorgt die langsam abziehende Kaltfront und die Trogpassage für dichte Bewölkung und zunächst noch für zeitweise Regen, ehe nachmittags Schauer in der Höhenkaltluft nachfolgen. Mit Höchstwerten um 5 Grad ist es nass-kalt.

In der Nacht auf Sonntag macht sich ein Zwischenhochkeil bemerkbar, der für Aufklaren sorgt, so dass es leichten Frost bis -2 Grad geben kann.

Der Sonntag startet teils neblig-trüb und im Tagesverlauf zeigen sich vermehrte Aufheiterungen und es ist trocken bei Temperaturen von 8 bis 10 Grad.

Am Montag zieht bereits das nächste Tief HEDDA von Island ins Nordmeer und dessen Ausläufer bringen bei starker Bewölkung schauerartigen Regen und wieder auffrischenden Wind bei Temperaturen um 8 Grad.

Nach Abzug des Troges steigt am Dienstag der Luftdruck aus Westen wieder an. Zunächst ist es noch stärker bewölkt, ehe später Auflockerungen mit etwas Sonne folgen. Die Höchstwerte liegen um 10 Grad.

Ab Wochenmitte etabliert sich über Mitteleuropa eine blockierernde Hochdruckzone, Hoch LUKAS wandert dabei nach Skandinavien und der Wind dreht auf Nordost. So ist es teils heiter, teils bewölkt und trocken, wobei ein böig auffrischender Nordostwind die Temperaturen dämpft. Die Höchstwerte erreichen 11 bis 14 Grad.

Gegen Ende der Woche können an der Südflanke des Hochs Höhentiefs aus Osten als Kaltluftropfen nach Deutschland ziehen. Dabei sind neben freundlichen Phasen auch dichtere Wolkenfelder zu erwarten, es bleibt aber weiterhin trocken, Mit Temperaturen zwsichen 9 und 12 Grad wird es etwas kühler.

Im weiteren Verlauf des März deutet sich eher eine Verlagerung der Hochdruckzone Richtung Nordsee und Britische Inseln, wodurch sich ein Nordlage einstellen könnte und die Zeichen bis Ende März eher auf Polar- als auf Frühlingsluft stehen.

Aufgrund der langen milden Witterung der Vorwochen ist die Vegetation ihrer Zeit weit voraus, und schon seit Wochenbeginn befinden wir uns mit Blühbeginn der Forsythie im Erstfrühling.

Fotos: Jörg Hoffmann

Der Blühbeginn der Forsythie als wichtige phänologische Zeigerpflanze markiert gleichzeitig den Beginn des Erstfrühlings in der Natur. Bereits seit leztzten Montag hat die Blüte zu einem der frühesten Terminen begonnen – auch im Rekord-März 2024 hat die Blüte schon so früh begonnen. Auch Osterglocken blühen diesmal ungewöhnlich früh, manche haben bereits Ende Februar so blühen begonnen. Doch nach der extrem milden Witterung der letzten Wochen bekommt der Frühling einen Dämpfer.