Montagskolumne vom 22. Juni 2026 von Jörg Hoffmann

Extreme Hitzewelle hält an

Neuer Temperatur-Rekord für den Juni mit 37,3 Grad in Eiweiler

Hitze- und Wüstentage bis Monatsende

Montag, 22.06.2026: Der Juni scheint derzeit außer Rand und Band zu sein, denn die seit Mitte der Woche anhaltende Hitzewelle sorgt für neue Juni-Temperatur-Rekorde nicht nur für Eiweiler, sondern auch für das Saarland. Nachdem der bisherige Juni-Rekord mit 36,4 Grad am 30. Juni 2019 erreicht wurde, purzelten am Wochenende die Rekorde: Am Freitag wurde der alte Rekord mit 36,6 Grad gebrochen, dieser hatte aber nur einen Tag Gültigkeit, da sich die extreme Hitze am Samstag auf 37,3 Grad in Eiweiler gesteigert hat. An der Wetterstation Saarbrücken-Burbach wurde mit 37,5 Grad sogar ein neuer Saarland-Rekord für den Juni aufgestellt und gleichzeitig war Burbach Spitzenreiter am Samstag in Deutschland.

Diese frühe hochsommerliche Hitze im Juni hält auch in dieser Woche unverändert an und beschert uns weitere Hitze- (ab 30 Grad) und Wüstentage (ab 35 Grad) – wir stehen vor einer für den Juni wirklich historischen Hitzewelle, die Erinnerungen an die Jahrhundert-Hitze vom legendären August 2003 wach werden lässt, als damals eine Serie von 10 Tagen mit Temperaturen über 35 Grad aufgetreten war!

Mit einer bemerkenswert stabilen Hochdrucklage, einer typischen Omega-Wetterlage, über weiten Teilen Europas, kann sich eine ausgeprägte Hitze-Glocke bilden, deren Schwerpunkt zwischen Frankreich und Südwestdeutschland liegt. In großen Teilen Frankreich sind in dieser Woche Spitzenwerte von über 40 Grad möglich und auch bei uns soll sich die intensive Hitzewelle im Wochenverlauf weiter verschärfen, so dass sogar die Allzeit-Temperaturrekorde aus dem Juli 2019 wackeln könnten!

Schon seit 2019 besteht ein signifikanter Trend zu wiederholten Hitzewellen im Juni und deutlich zu warmer Witterung. Der Juni brachte besonders in den Jahren 2017, 2019, 2021, 2022, 2023 und 2025 auffällig viele Heiße Tage. Der Rekord mit 10 Heißen Tagen wurde im Juni 2019 aufgestellt. Aufgrund der derzeitigen Hitzewelle ist dieses Jahr mit einem neuen Juni-Rekord zu rechnen. Derzeit herrschen ungewöhnlich hohe Anomalien bei den Temperaturen, die bei den Mittelwerten zwischen 8 und 12 Grad liegen, bei den Maxima sogar teils über 15 Grad. Diese enormen Abweichungen gegenüber den normalerweise zu erwartenden Temperaturen für einen Juni unterstreichen eindrucksvoll die Qualität der aktuellen Hitzeperiode.

Inzwischen ist Hoch GORGIAS zum Schwarzen Meer abgezogen und die nur im Norden wirksame Kaltfront von Tief URSA bringt der Nord- und Osthälfte etwas weniger warme Luft, während wir in der West- und Südhälfte weiter unter der Hitzeglocke stöhnen müssen. Gleichzeitig hat das neue Hoch HARTMUT über der Nordsee die Regie übernommen.

So ist es heute und quasi in der gesamten Woche sonnig mit nur einigen Quellwolken und es bleibt trocken. Heute und morgen liegen die Höchstwerte zwischen 33 und 35 Grad. Die Gluthitze steigert sich dann ab Wochenmitte auf schier unerträgliche 35 bis 38 Grad, vielleicht kann es lokal im Saarland sogar auf neue Rekordwerte von 39 bis 40 Grad hochgehen. Auch die Nächte bringen bei Tiefstwerten zwischen 23 und 18 Grad kaum eine Abkühlung – mit mehreren Tropennächten müssen wir leider rechnen.

Am Wochenende steigt allmählich die Gewitterneigung, da ein atlantischer Trog samt Kaltfront über Westeuropa näherkommt. Die Temperaturen liegen dann um 35 Grad. Aus heutiger Sicht könnte nach dem Wochenwechsel Richtung Monatsende die Hitze endlich ein Ende finden. Für alle Hitzegeplagten naht Rettung in Form einer markanten Abkühlung und Regengüssen!

Fotos: Jörg Hoffmann

Mediterranes Klima mit wüstenhafter Hitze bestimmt derzeit den Juni, die Sonne knallt von einem blauen Himmel, an dem ab und zu ein paar Quellwolken etwas Schatten spenden. Die für unsere Breiten hinsichtlich der Dauer absolut ungewöhnliche Gluthitzewelle hat uns bis Wochenende noch fest im Griff, erst danach deutet sich eine Erlösung von der Hitze an.