Montagskolumne vom 27. Juli 2026 von Jörg Hoffmann

Der Hochsommer dreht erneut auf mit über 35 Grad
Schon wieder rollt eine extreme Hitzewelle heran
Zum Juli-Finale weitere Wüstentage und Tropennächte bei großer Dürre
Montag, 27.07.2026: Der Sommer 2026 ist auf dem besten Wege die Jahrhundert-Sommer 2003 und 2022 in den Schatten zu stellen.
Nach kurzer Verschnaufpause rollt in dieser Woche schon die vierte Hitzewelle des Sommers heran. Nachdem im Mai die Rekordanzahl von 6 Heißen Tagen verzeichnet wurde, im Juni ebenso eine neuer Rekord mit unfassbaren 12 Heißen Tage verbucht wurde, und bislang im Juli auch schon wieder 9 Heiße Tage auftraten, steht uns ab Dienstag eine weitere, intensive und extreme Hitzewelle bevor, die weitere Heiße Tage, Wüstentage und Tropennächte bescheren wird. Dabei könnte sogar der bisherige absolute Rekord von 37 Heißen Tagen aus dem Jahr 2022 locker übertroffen werden, denn bislang gab es schon 27 dieser Hitzetagen!
Nachdem wir in der letzten Woche durch Hoch NORBERT für einige Tage normale Hochsommerwärme genießen konnten und nur am Samstag eine kurze Hitzespitze von 32,2 Grad erreicht wurde, ging die Passage von Trog und Kaltfront der Tiefs FLOORA und EVELINE seit gestern bei uns ohne Regen über die Bühne, lediglich Windböen und dichtere Wolken sorgten für eine Abkühlung.
Doch hinter der kaum wirksamen Kaltfront zieht heute rasch die neue Hochzelle OLAF von der Biskaya nach Deutschland herein.
Bis Dienstag verlagert sich Hoch OLAF nach Polen und an seiner Westflanke wird erneut der Weg frei für sehr heiße Subtropikluft aus Südeuropa. Gegen Ende der Woche verstärkt sich mit Annäherung von Tiefs über Westeuropa in energiereicher Luft die Gewitterneigung.
So ist es heeute teils heiter, teils bewölkt und trocken bei Temperaturen um 25 Grad.
Am Dienstag und Mittwoch herrscht strahlender Sonnenschein von einem oft wolkenlosen Himmel, nur vereinzelt ziehen hohe Schleierwolken vorüber. Es wird von Tag zu Tag immer wärmer und heißer – während am Dienstag Temperaturen von 30 bis 32 Grad zu erwarten sind, klettern die Temperaturen am Mittwoch auf Werte um 35 Grad an.
Ein umfangreicher Höhenkeil reicht von Nordwest-Afrika über das Mittelmeer und die Alpen bis nach Deutschland und stützt das Bodenhoch OLAF mit Kern über Osteuropa. Dabei bildet sich erneut eine ausgeprägte Hitze-Kuppel. Der Höhenkeil kippt in der zweiten Wochenhälfte nach Osten, so dass ein umfangreicher Trog auf Westeuropa übergreifen kann und die Luft allmählich labiler und feuchter wird. Wir geraten ab Donnerstag zunehmend auf die Vorderseite des Trogs, mit der sehr heiße Luftmassen einsickern, die gewitteranfälliger werden. Die ganz große Hitze wird in der Folge nach Südosten verdrängt.
Am Donnerstag ist es sonnig, im Tagesverlauf bilden sich Quellwolken und erste Randtröge könnten bereits für die Auslösung von Hitzgewittern sorgen. Mit Höchstwerten von 36 bis 38 Grad wird der Höhepunkt der neuen Hitzewelle erreicht – das Erreichen der 40-Gradmarke ist regional im Südwesten und Süden Deutschlands möglich.
Am Freitag wandert eine Kaltfront von Nordwesten herein und es ist teils heiter, teils wolkig, später können sich kräftige Gewitter bilden. Mit Temperaturen zwischen 30 und 33 Grad ist es zum Juli-Abschied zwar nicht mehr so extrem heiß, wird dafür aber umso schwüler.
Am Wochenende liegen wir weiterhin auf der Vorderseite des Höhentroges über Westeuropa in einer schwül-heißen Strömung. Bei einer Mischung aus Sonne und Quellwolken muss in der zweiten Tageshälfte häufig mit kräftigen Schauern und Gewittern gerechnet werden, wobei Unwettergefahr besteht. Die Temperaturen pendeln um 30 Grad.
Zum Wochenbeginn verbleiben wir in der Übergangszone zwischen tiefem Ludtdruck über Nordwesteuropa und der Hitze-Glocke über den Alpen und Südosteuropa, wobei die extreme Hitze erneut zu uns schwappen könnte. Die Temperaturen steigen teils wieder auf 34 bis 37 Grad, ehe rasch die Gewitterluft aus Westen nachrückt.
Die Dürre hat sich im extrem trockenen Juli weiter verschärft, denn bisher sind erst 7,4 mm Regen gefallen, was nur 9 Prozent des Solls bedeutet. Damit ist der Juli aktuell genauso trocken, wie im Juli 2022, der mit 7,3 mm den absoluten Rekord der Messreihe aufgestellt hat.
Die Folgen in der Natur sind derzeit unübersehbar, denn Wiesen und Felder sind steppenartig verdörrt und Bäume werfen aus Trockenstress vorzeitg gelbe Blätter ab – zuletzt war dies bei der enormen Dürre im Sommer 2022 der Fall, als es im August schon wie im Herbst aussah.
Fotos: Jörg Hoffmann

Der bisher medierrane und wüstenhafte Sommer geht in die nächste Runde: Zum Juli-Ausklang und Start in den August steht uns schon die vierte Hitzewelle bevor und erneut soll es extrem heiß mit Spitzenwerten von 35 bis nahe 40 Grad werden – einfach nur noch unglaublich! Die ohnehin schon große Dürre der letzten Wochen setzt sich fort, erst gegen Ende der Woche steigt das Gewitterrisiko an.