Sonntagskolumne vom 08. FEBRUAR 2026 von Jörg Hoffmann


Der milde Februar wird turbulenter und nass


Tiefs bringen ab Dienstag viel Regen und Wind

Ende der Woche Polarluftvorstoß und winterliche Optionen

Sonntag, 08.02.2026: Wir haben es seit Wochen mit einer komplexen Wetterlage zu tun, die uns eine bemerkenswert lange Pattsituation zwischen eines immer wieder regenerierenden Tiefdruckkomplexes über dem Atlantik und Westeuropa sowie einer blockierenden Hochdrucklage über Nordosteuropa beschert.

Dabei herrschte eine Zweiteilung mit großen Wetterkontrasten zwischen einer milderen Westhälfte und einem kalten, frostigen Norden und Osten Deutschlands. Während am Rande des Hochs DANIEL sehr kalte Festlandsluft in den Norden und Osten des Landes gelenkt wurde, dauerte in der West- und Südwesthälfte der Zustrom milderer Atlantikluft durch die Tiefs an. Somit herrschte quasi Eiszeit mit strengen Frösten im Osten, während es phasenweise am Oberrhein schon fast vorfrühlingshaft mild war.

Da die Tiefs aufgrund der blockierenden Hochdrucklage Richtung Südwesteuropa und Mittelmeer umgelenkt wurden, traten gerade über Portugal und Spanien seit Tagen schon heftige Unwetter mit enormen Regenmengen und Überschwemmungen auf. Bemerkenswert an der festgefahrenen Großwetterlage ist außerdem, dass es selbst an der Nordsee viel kälter ist als bei uns, wo der Winter seit Mitte Januar quasi eine Pause macht.

Ob sich der Winter im Februar überhaupt noch in unserer Region bemerkbar macht, hängt maßgeblich von der Positionierung der Hoch- und Tiefdruckgebiete über Europa ab – das heißt, erst muss sich die Grenzwetterlage auflösen und wir müssen auf die Rückseite der Tiefs gelangen, damit die Kaltluft auch bis in den Süden strömen kann.

Zunächst einmal stehen die Zeichen auf eine durchgreifende Milderung in ganz Deutschland im Verlauf der nächsten Woche mit einer strammen Westströmung, die turbulentes Wetter mit viel Regen und Wind im Gepäck hat. Gegen Ende der Woche deutet sich mit Verlagerung der Tiefs über Deutschland ostwärts ein Polarluftvorstoß an, der auch wieder winterliche Optionen möglich macht. Mit einer Nordwest- bis Nordströmung sind dann am Fastnachstwochenende auch wieder bis ins Flachland Schneefälle in Sicht.

Bis zum Montag hält sich noch leichter Zwischenhocheinfluss durch Hoch EMMERAM über Nordeuropa. So ist es heute nach Nebel längere Zeit trüb und grau, am Nachmittag sind Aufhellungen möglich. Die Höchstwerte liegen um 6 Grad.

Morgen ist es anfangs hochnebelartig bewölkt, später sind wieder ein paar Auflockerungen zu erwarten, die Temperaturen liegen zwischen 4 und 6 Grad.

Ab Dienstag werden die Tiefs über dem Atlantik kräftiger und können das Hochdruck-Bollwerk durchbrechen, so dass es auch im Osten milder wird. Eine Warmfront von Tief TAMARA zieht am Dienstag auf, es ist zunächst trocken, ab dem Nachmittag setzt Regen ein, die Temperaturen liegen um 7 Grad.

Am Mittwoch und Donnerstag ist es bedeckt und es muss mit kräftigen, teils ergiebigen Regenfällen gerechnet werden, es wird immer windiger und der Zustrom sehr milder Luft erreicht mit Höchstwerten von 8 bis 11 Grad seinen Höhepunkt.

Am Freitag verlagert sich ein Tief nach Deutschland und mit seiner Kaltfront wird langsam wieder kältere Luft herangeführt. Es ist bedeckt mit Regen, und die Temperaturen gehen auf Werte um 5 Grad zurück.

Das Wochenende zeigt sich wechselhaft und nass-kalt, ein ausgedehnter Höhentrog mit feucht-kalter Polarluft dehnt sich weit nach Süden aus. Bei starker Bewölkung gibt es schauerartige Niederschläge, die teils als Regen, teils als Schneeregen oder Schnee fallen. Die Temperaturen gehen auf 0 bis 3 Grad zurück.

Ob es an Rosenmontag noch eher nass-kalt und winterlich bleibt, hängt davon ab, wie schnell wir wieder auf die milde Vorderseite des nächsten Atlantiktiefs gelangen.

So wie es derzeit den Anschein hat, dürfte die zweite Monatshälfte nass und unbeständig mit einem ständigen Auf- und Ab zwischen spätwinterlicher Kaltluft und maritimer, milder Atlantikluft verlaufen – das Niederschlagsdefizit aus dem bisherigen Winter durch den trockenen Dezember wird dabei abgebaut.

Der zu Ende gegangene Januar brachte in Deutschland ein beachtliches Nordost-Südwestgefälle, denn in Eiweiler war der Januar mit einer Mitteltemperatur von 0,8 Grad gegenüber der gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 um 0,3 Grad zu mild, während der Monat gegenüber der aktuelle 30-jährigen Norm hingegen um 0,3 Grad zu kalt war. Das deutschlandweite Gebietsmittel lag jedoch viel niedriger bei -0,7 Grad. Bemerkenswert ist außerdem, dass es bei uns im Vergleich zum Mittel in Brandenburg und Berlin um fast 3 Grad wärmer war. Es war für Eiweiler trotzdem der kälteste Januar seit 7 Jahren.

Mit einer Niederschlagssumme von 92,4 mm wurde ein Überschuss von 10 Prozent erreicht – das Saarland war überdies das nasseste Bundesland im Januar.

Fotos: Jörg Hoffmann

Der Februar startete bei uns mild, während im Nordosten Deutschlands gefühlte Eiszeit herrscht. Die große Frage ist, gelingt dem Winter der Durchbruch auch bis in den Süden, oder geht es mild weiter. Die nächste Woche bringt turbulentes Wetter und die Chancen auf winterliche Überraschungen am Ende der Woche.