Sonntagskolumne vom 25. JANUAR 2026 von Jörg Hoffmann


Winterliche Grenzwetterlage


Gerangel zwischen milder Atlantikluft und Kaltluft aus Osten

Tiefs bringen in letzter Januarwoche Schnee und Regen

Sonntag, 25.01.2026: Wir liegen seit Tagen zwischen zwei Schwergewichten in der Wetterküche: Zum einen liegt ein kräftiger Tiefdruckkomplex über Westeuropa und dem Ostatlantik, während sich demgegenüber eine umfangreiche Hochdruckzone über Nordwest- und Nordeuropa befindet, die sich bis weit nach Russland erstreckt und somit alle atlantischen Vorstöße erfolgreich blockieren konnte. Dabei blieb es über der Ost- und Südhälfte Deutschlands deutlich kälter als bei uns im Saarland, da durch die Nähe der Tiefs etwas mildere Luft wirksam war. Insgesamt gab es an den letzten Tagen enorm große Temperaturunterschiede innerhalb Deutschlands – im Osten herrschte Dauerfrost und am Niederrhein wurde es bis 10 Grad mild!

Seit Freitag konnten dennoch schwache atlantische Tiefausläufer die Blockade durchbrechen und zu uns vordringen – sie haben vor allem in der Nacht zu Samstag etwas Regen gebracht bei einer Summe von 2,4 mm.

Die Großwetterlage bleibt auch in der letzten Januarwoche außerordentlich komplex und nur schwer vorhersehbar, da sich das Gerangel zwischen milder Atlantikluft und der Kaltluft über Osteuropa fortsetzen wird. Die Wettermodelle sind sich nicht einig darüber, wer das Luftmassenduell gewinnen wird, was bis über den Monatswechsel hinaus zu einer unsicheren Entwicklung führen wird.

Tendenziell lässt sich jedoch vermuten, dass es wohl zu keiner durchgreifenden Milderung mit einer Westwetterlage kommen dürfte. Vielmehr läuft es auf eine winterliche Grenzwetterlage mit Niederschlägen hinaus, die teils als Schnee, teils als Regen fallen sollen. Bis zum Monatswechsel wird es deutlich unbeständiger als zuletzt und eher nass-kalt mit leichten Plusgraden am Tage und leichtem Nachtfrost. Die Zweiteilung zwischen einem kalten Nordosten und milderem Westen und Südwesten setzt sich in nächster Zeit fort.

Nach frostiger und klarer Nacht bildet sich heute Hochnebel, es ist bedeckt und trüb bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dabei verlagert sich bis Montag Schneetief LEONIE II von Norditalien über die Alpen langsam nach Deutschland. Dessen Wolkenschirm erreicht auch uns bis zum Abend und so ist dann etwas Schneefall möglich.

Am Montag zieht das Tief über Deutschland und sorgt von der Mitte bis in den Norden regional für ergiebige Schneefälle und in Teilen des Ostens durch Warmluftzufuhr in der Höhe auch für gefährlichen Eisregen mit Glatteis. Das Saarland wird nur Rande von diesem Schneefallgebiet gestreift. So ist es bedeckt und anfangs gibt es leichten Schneefall, später wird es trocken bei Temperaturen von 0 bis 2 Grad.

Das nächste Tief MARILU sorgt am Dienstag mit seiner Warmfront für leichte Milderung und Tauwetter. Es ist bedeckt und von Südwesten zieht Regen auf, die Höchstwerte liegen zwischen 2 und 4 Grad.

Der Mittwoch bringt bei starker Bewölkung Regen und Schneeregen bei Werten um 2 Grad.

Auch an den Folgetagen bis zum Monatswechsel ziehen immer wieder Tiefausläufer auf südlicher Bahn vom Atlantik Richtung Mitteleuropa und die Niederschläge gehen teils als Regen, teils als Schnee nieder. Tagsüber schwanken die Temperaturen zwischen 2 und 5 Grad, nachts liegen sie um den Gefrierpunkt.

Gut möglich, dass es zum Start in den Februar wieder kälter wird, denn die Frostluft bleibt in Lauerstellung.

Fotos: Jörg Hoffmann

Der Januar kann uns in der nächster Woche winterlich-weiße Überraschungen bescheren, denn Schneetief LEONIE zieht am Montag nach Deutschland. Eine Grenzwetterlage mit abwechselnd milder und kalter Luft, die mal Regen, mal Schnee- oder Schneeregen bringt, soll sich bis über den Monatswechsel hinaus bei uns festsetzen. Der Winter kann auch im Februar noch seine Krallen zeigen – jedenfalls ist ein großes Kältereservoir über Nordosteuropa weiterhin in Lauerstellung!