Samstagskolumne vom 17. JANUAR 2026 von Jörg Hoffmann

Nach sehr milder Phase langsam wieder kälter
Ruhige Hochdruckrandlage mit Ostströmung
Pirscht sich Ende Januar arktische Eisluft heran?
Samstag, 17.01.2026: Nach der winterlichen Witterung hat sich seit Wochenbeginn mit Atlantiktiefs deutliche Milderung durchgesetzt – der Winter legte eine Pause ein und holt wahrscheinlich nur neuen Anlauf, um in der dritten Dekade wieder mit Macht zurückkehren zu wollen.
Auf der Vorderseite von Tiefs über Westeuropa hat sich eine südliche Strömung eingestellt, mit der subtropische Luftmassen mitten im Januar die Temperaturen in vorfrühlingshafte Höhen getrieben haben. So kletterten die Höchstwerte gestern am Oberrhein auf bis zu 16 Grad, in Eiweiler wurden 11 Grad gemessen. Doch der Höhenpunkt dieser viel zu milden Witterung ist nun überschritten, ab dem Wochenende wird es aus Osten langsam wieder kälter, denn am Rande des mächtigen Hochs CHRISTIAN über Russland dreht die Strömung auf östliche Richtungen.
Zum wiederholten Male in diesem Winter werden die Tiefs auf dem Atlantik über Westeuropa umgelenkt und müssen wegen der blockierenden Wirkung des Hochs über dem Kontinent nach Südwesteuropa ausweichen, wo sie sich über dem westlichen Mittelmeerraum verstärken und dort, wie schon im Dezember, für viel Regen und Unwetter sorgen.
Bei uns sieht es in nächster Zeit nach einer ruhigen und trockenen Hochdruckwetterlage aus mit der typischen Grenzschichtproblematik in Form einer Inversion, also der Mischung aus Hochnebel und Sonne. Auch die Nächte werden wieder kälter und bringen zunächst wieder leichten Frost. Das russische Hoch soll sich langsam Richtung Skandinavien ausdehnen und im weiterern Verlauf könnte an seiner Südflanke der Zustrom sehr kalter, Ende Januar auch eisiger Frostluft in Gang kommen.
Die Großwetterlage zeigt schon seit einiger Zeit das Muster einer gestörten Zirkulation, bei der die Westdrift keine Chance hat, was wir bereits im außerordentlich trockenen Dezember gemerkt haben. Dadurch sind die Rahmenbedingungen für Winterwetter in dieser Saison nahezu ideal und die Wettermodelle zeigen immer wieder hochwinterliche Lagen für Ende Januar und Februar. Außerdem befindet sich diesmal ein riesiges Kaltluftreservoir über Russland und Nordosteuropa, das nur darauf wartet, Richtung Mitteleuropa auszubrechen. Sollte sich darüberhinaus der Hochdruck über Nordeuropa weiter bis nach Island und Grönland ausdehnen, so stünde dem Hochwinter nichts mehr im Wege.
Es zeigen sich derzeit in den Wetterkarten verblüffende Ähnlichkeiten in der Großwetterlage mit den kältesten und eisigen Februarmonate, die Geschichte geschrieben haben, wie zum Beispiel dem absoluten Rekord-Februar 1956, dem Februar 1929 oder dem Februar 1986. Nicht zu vergessen auch der Februar 1991, der nach einer wochenlangen Kahlfrostperiode viel Schnee gebracht hat, und innerhalb der Eiweiler Messreihe seit 1989 zum bisher kältesten Februar zählt. Gut möglich also, dass der Winter im Februar noch für viele Schlagzeilen sorgen wird und unter Umständen bis weit in den März andauern könnte.
Nachdem sich gestern die schwache Front von Tief IULIA bei uns aufeglöst hat, bestimmt ab heute Hoch CHRISTIAN unser Wetter. So ist es teils wolkig, teils heiter und trocken, der Wind dreht auf Ost und mit 6 bis 8 Grad wird schon etwas kühler als zuletzt.
Am Sonntag ist es wolkig oder neblig-trüb bei 3 bis 5 Grad. In den Nächten sinkt das Thermometer unter den Gefrierpunkt.
Der Montag und Dienstag zeigen sich meist hochnebelartig trüb bei nur seltenen Aufhellungen und die Höchstwerte liegen um 4 Grad. Ab Wochenmitte könnte die Sonne bessere Chancen haben sich gegen den Hochnebel zu behaupten. Die Temperaturen pendeln meist zwischen 2 und 5 Grad. Im Dauergrau bleibt es mit Temperaturen um den Gefrierpunkt kälter. Gegen Ende der Woche wird es dann in der Wetterküche spannender, denn mit Verlagerung des Hochdrcukschwerpunktes nach Nordeuropa und Etablierung eines Mittelmeertiefs könnte es zu einem arktischen Kaltluftausbruchs kommen.
Fotos: Jörg Hoffmann

Nebel oder Sonne, das ist die große Frage in nächster Zeit. Eine windschwache Hochdrucklage sorgt an den nächsten Tagen für ruhiges und trockenes Wetter, die Luft kühlt sich immer weiter ab und mit der Ostströmung wird Kaltluft angezapft. Gut möglich, dass es in der letzten Januarwoche zu Frostverschärfung kommen kann. Der Winter legt dann erst richtig los!