Sonntagskolumne vom 05. Juli 2026 von Jörg Hoffmann



Historische Hitzewelle bescherte Juni-Rekorde und einen Allzeitrekord auch für Eiweiler

Hoch JOCHEN bringt Hochsommerwetter und Trockenheit

Ab Wochenmitte wieder neue Hitzewelle in Sicht – Dürre verschärft sich

Sonntag, 05.07.2026: Die historische Hitzewelle in der dritten Juni-Dekade hat für neue Rekorde gesorgt. So war der Juni mit einem Temperaturmittel von 20,6 Grad gegenüber der Referenzperiode 1961 bis 1990 um unfassbare 5,0 Grad zu warm – auch im Vergleich zur ohnehin wärmeren 30-jährigen Periode der Eiweiler-Messreihe 1989 bis 2018 war der Juni noch um beachtliche 4,2 Grad zu warm. Damit wurden die bisherigen Rekordhalter Juni 2003 und 2023 mit einem Mittelwert von 19,9 Grad deutlich überboten.

Somit zeigte sich im Saarland im Juni ein Klima wie in Südeuropa oder Nordafrika.

12 Heiße Tage in Serie bedeuten ebenfalls einen neuen Juni-Rekord, wie 7 Tropennächte einen Allzeitrekord für Eiweiler bedeuten.

Diese extreme Gluthitze sorgte am 27. Juni mit einer nicht für möglich gehaltenen Temperatur von 40,9 Grad in Eiweiler für einen einmaligen Allzeit-Rekord – der bisherige Rekord von 39,0 Grad vom 24. Juli 2019 wurde um fast 2 Grad überschritten. Bereits am 26. Juni wurde erstmals in Eiweiler die magische 40-Gradmarke überschritten.

Nachdem Saarbrücken-Burbach für einen Tag den deutschen Hitze-Rekord mit 41,3 Grad inne hatte, erreichte Neißmünde-Coschen in Brandenburg mit 41,7 Grad am 28. Juni den neuen deutschen Hitze-Rekord. Mit 41,4 Grad in Burbach war der 27. Juni jedoch zum absolut heißesten Tag, der das Saarland seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt hat.

Kräftige Gewitter mit starken Regenfällen beendeten in der Nacht zum 29. Juni mit einer Regensumme von 24,1 mm diese unfassbare Hitzeperiode. Durch diesen Regen wurde das bisher große Niederschlagsdefizit noch merklich abgebaut. Mit einer Niederschlagssumme von 57,7 mm war der Juni trotzdem noch um 25 Prozent zu trocken.

Nachdem der Juli unter Einfluss des Hochs IMMANUEL mit angenehmer Sommerwärme gestartet ist, stellen sich große Gegensätze über Deutschland ein, eine Luftmassengrenze sorgt für Hochsommer in der großen Südwesthälfte, während der Norden und Osten des Landes von Sommerfrische profitiert. Denn ein ausgedehnter Tiefdruckkomplex zwischen Skandinavien und Osteuropa bringt dort wechselhafte Witterung mit Regen, während das umfangreiche Hoch JOCHEN mit Kern südwestlich von Irland im Südwesten und Westen für sonniges und sehr warmes Hochsommerwetter sorgt. Diese ausgeprägte Nordwestlage bleibt in der nächsten Woche stabil.

Derweil etabliert sich über Westeuropa erneute eine Hitze-Glocke mit einem Höhenhoch, so dass wir im Wochenverlauf von dieser Hitzewelle gestreift werden und die Temperaturen wieder über 30 Grad ansteigen können. Bei dieser Konstellation der Großwetterlage ist bei uns nicht mit Regen zu rechnen, die Trockenheit wird sich also weiter verschärfen.

Heute beeinflusst eine wegen dem Hoch nicht wirksame Kaltfront von Tief AUSYNJA unser Wetter mit Durchzug von Wolkenfeldern. So ist es teils heiter, teils wolkig und trocken bei Höchstwerten um 27 Grad.

Der Montag zeigt sich heiter und trocken bei 27 bis 29 Grad.

Am Dienstag erreicht den Norden und Osten das neue Tief BERNADETTE und wir merken außer Wolken nicht viel davon, da Hoch JOCHEN mit einem Keil dagegenhält.

Bei einem freundlichen Wechsel von sonnigen Phasen und Wolken ist es weiter trocken bei Temperaturen um 28 Grad.

Ab Mittwoch verstärkt sich der Zustrom von heißer Luft aus Südwesten wieder und eine neue Hitzewelle nimmt Anlauf. Der Hochdruckeinfluss weitet sich Richtung Nordseer aus und bei viel Sonnenschein erwarten uns bis zum Wochenende hochsommerlich-heiße Tage mit Temperaturen von 29 bis 33 Grad, teils auch bis 35 Grad. Gleichzeitig nimmt am Wochenende die Schwüle zu und die Gewittergefahr steigt an.

Fotos: Jörg Hoffmann

Der Juni 2026 hat Wettergeschichte geschrieben, nie zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor über 140 Jahren war es in Deutschland so heiß wie am 28. Juni 2026, als ein neuer deutscher Hitzerekord mit 41,7 Grad in Coschen in Brandenburg aufgestellt wurde. Der Juli zeigt sich weiterhin hochsommerlich und eine neue Hitzewelle steht schon wieder vor der Tür.