Samstagskolumne vom 02. Mai 2026 von Jörg Hoffmann

Frühsommerlicher Mai-Einstand

Die stabile Hochdrucklage geht jetzt zu Ende

In der nächsten Woche endlich wieder Regen in Sicht

Samstag, 02.05.2026: Hoch WINFRIED mit Kern über Skandinavien hat in dieser Woche zum April-Ausklang für eine bemerkenswert stabile Hochdrucklage mit wolkenlosem Himmel gesorgt. Dabei wehte ein frischer bis starker Nordostwind, der die ohnehin trockenen Böden weiter austrocknete.

Zum Mai-Einstand konnte die kräftige Sonneneinstrahlung die Luft weiter erwärmen, so dass gestern Temperaturen von 23 Grad aufraten.

Mit Verlagerung des Hochs nach Osteuropa dreht die Strömung heute vorderseitig von Tief ZAHAL bei England auf Süd bis Südwest und die Temperaturen erreichen die 25-Gradmarke, womit der erste Sommertag des Jahres in Eiweiler aufreten wird.

Die lange Schönwetterperiode neigt sich damit aber ihrem Ende zu, die Großwetterlage stellt sich ab dem Wochenende komplett um und tiefer Luftdruck übernimmt die Regie beim Wetter, so dass endlich die dringend benötigten Niederschlägen in Sicht sind. Die nächste Woche wird deutlich wechselhafter, und neben Schauern und Gewittern ist auch Landregen zu erwarten, vor allem zur Wochenmitte, wenn sich eine Luftmassengrenze über Deutschland aufbauen soll.

Heute wandert Hoch WINFRIED allmählich Richtung Schwarzes Meer und wir geraten zunehemend auf die Vorderseite des von England zur Nordsee ziehenden Tiefs ZAHAL, wobei sehr warme, aber auch feuchtere Luftmassen aus Südwesten einströmen. So ist es heute zunächst sonnig, im Tagesverlauf wird es wolkiger und nachmittags besteht ein geringes Schauerrisiko – wahrscheinlich bleibt es aber trocken. Die Höchstwerte steigen auf 24 bis 26 Grad.

Morgen liegen wir in der von Frankreich hereinziehenden Tiefdruckrinne und bei wechselnder bis starker Bewölkung kann es nachmittags zu Schauern kommen. Der Südwestwind frischt böig auf und die Temperaturen liegen um 21 Grad.

Am Montag verlagert sich ein Höhentief von der Biskaya langsam ostwärts und der Zustrom feucht-labiler Luft aus Südwesten verstärkt sich. Es ist stark bewölkt und zeitweise gibt es schauerartigen Regen, teils mit Blitz und Donner. Die Temperaturen gehen auf Werte um 18 Grad zurück.

Das Tief wandert am Dienstag nach Deutschland und führt zur Bildung einer Luftmassengrenze über der Mitte des Landes. Während aus Norden kühle Luft einströmt, wird aus Süden feucht-warme Luft herangeführt. Dadurch kommt es am Dienstag und Mittwoch bei dichter Bewölkung zu kräftigen Regenfällen, die zeitweise auch gewittrig durchsetzrt sein können. Am Dienstag liegen die Temperaturen um 15 Grad und mit Durchzug der Kaltfront am Mittwoch gehen die Höchstwerte auf sehr kühle 8 bis 11 Grad zurück.

Nach Abzug des Tiefs kann sich am Donnerstag und Freitag kurzzeitig Zwischenhocheinfluss durchsetzen, es wird wieder freundlicher bei einer Mischung aus Quellwolken und Sonne. Die Temperaturen liegen in der eingeflossenen Polarluft zwischen 14 und 17 Grad.

Gegen Ende der Woche führt ein Tief über Südwesteuropa wieder feucht-warme Luftmassen heran, es wird unbeständiger mit Schauern und Gewittern bei 18 bis 21 Grad.

Nach dem überaus sonnigen April, der sich eigentlich schon wie ein vorgezogener Wonnemonat gezeigt hat, deutet sich jetzt eine wohl längere wechselhafte Phase im Mai an, und die Trockenheit dürfte nicht nur gelindert, sondern auch beendet werden, wenn sich die Regenprognosen für die kommenden ein bis zwei Wochen wirklich bestätigen sollten.

Der zu Ende gegangene April war mit einer Mitteltemperatur von 10,5 Grad im Vergleich zur gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 um 2,3 Grad zu warm. Gegenüber der 30-Jahres-Norm der Eiweiler-Messreihe 1989 bis 2018 betrug die positive Abweichung 1,5 Grad.

Der April verlief wie schon im Vorjahr viel zu trocken, denn mit einer Regensumme von nur 22,3 mm wurde lediglich 40 Prozent des Solls erreicht – bislang ist das Frühjahr damit sehr trocken verlaufen und der April 2026 erreichte die Top 5 der trockensten Aprilmonate der Eiweiler-Messreihe.

Fotos: Jörg Hoffmann

Nach der langen Trockenheit und Hochdruckdominanz der vergangenen Wochen stellt sich nun die Großwetterlage im Mai nachhaltig um, es wird wechselhaft mit Schauern, teils mit Blitz und Donner und es gibt auch zeitweise den dringend nötigen Landregen für die Natur.