Freitagskolumne vom 28.03.2025 von Jörg Hoffman
Trockenheit im Frühjahr dauert weiter an
Kurze Unterbrechung der Hochdrucklage am Wochenende
Zum Monatswechsel wieder neues Hoch und frühlingshaft-mild

Freitag, 28. März 2025:
Die Trockenheit in diesem Frühling wird immer mehr zum Problem, denn der März ist schon der zweite trockene Monat in Folge und auch für den April sieht es in absehbarer Zeit in Sachen Niederschlag nicht besser aus, denn ein erster Trend zeigt eine Fortdauer und Regeneration der beeindruckenden Hochdruckdominanz, so dass Regen weiterhin Mangelware bleiben wird.
Die Böden sind oberflächlich ausgetrocknet, so dass die Vegetation mit einem erheblichen Niederschlagsdefizit in die Wachstumsphase startet.
Die Großwetterlage zeigt weiterhin eine gestörte Zirkulation, denn die atlantische Westdrift wird vollkommen durch hohen Luftdruck über West- und Nordwesteuropa blockiert. Tiefs müssen dadurch Richtung Mittelmeer und Südosteuropa ausweichen.
Nachdem am Mittwoch die schwache Kaltfront von Tief WOLFRIED etwas Sprühregen gebracht hat, hat sich gestern wieder die Hochdruckbrücke MANUELA vom Atlantik bis nach Osteuropa durchgesetzt. Am Wochenende wird es kurzzeitig kühler und wechselhafter mit einer schwachen Tiefpassage, ehe in der nächsten Woche bereits das nächste Hoch mit Sonnenschein und milder Luft vor der Tür steht.
Heute schwächt sich die Hochdruckbrücke ab und ein Trog bei den Britischen Inseln stößt über Frankreich nach Süden vor. Es ist sonnig mit lockeren Quellwolken und auf der Vorderseite des Trogs wird es sehr mild mit Temperaturen von 17 bis 19 Grad bei einem böigen Südwestwind. Im Vorfeld der Kaltfront wird es bis zum Abend immer wolkiger, es bleibt noch trocken.
Morgen kommt die nur schwach ausgeprägte Kaltfront von Tief XERO bei Norwegen nur schleppend bis zu den Alpen voran. Es ist dicht bewölkt mit etwas Regen, im Tagesverlauf wird es wieder trocken und später zeigen sich Auflockerungen. Mit Temperaturen um 10 Grad ist es kühler als zuletzt.
Der Höhentrog stößt ins westliche Mittelmeer vor, wo sich ein umfangreiches Tief bildet und in großen Teilen des Mittelmeerraumes am Wochenende für unwetterartige Regenmengen sorgen wird.
Am Sonntag verlagert sich ein weiteres Tief vom Nordmeer zur Ostsee und beeinflusst vor allem den Norden und Osten Deutschlands, wobei seine Wirksamkeit bei uns begrenzt ist, da ein neuer Hochkeil über Westeuropa seine Fühler ausstrecken wird. Dabei ist es wechselnd bis stark bewölkt und trocken bei 10 bis 12 Grad, die Strömung dreht wieder auf nördliche Richtungen.
Ab Montag baut sich das neue Hoch NOEMI mit Schwerpunkt über den Britischen Inseln mit einem Keil nach Mitteleuropa und zur Nordsee. Die eingeflossene kühle Nordseeluft kann sich im Verlauf der Woche wieder erwärmen. So ist es am Montag und Dienstag wieder freundlich bei einer Mischung aus Sonne und Wolken bei Höchstwerten zwischen 12 und 15 Grad.
Am Mittwoch und Donnerstag ist es sonnig bis leicht bewölkt bei frühlingshaften Temperaturen an den ersten Apriltagen von 16 bis 19 Grad.
Doch diesem Frühlingserwachen im April ist nicht zu trauen, denn mit retrograder Verlagerung des Hochs Richtung Island und Grönland könnte gegen Ende der Woche der Weg frei für einen Trogvorstoss von Nordeuropa nach Süden werden. Dabei kann es nochmals zu einem herben Kaltluftvorstoß mit arktischer Kaltluft kommen, wenn der Höhentrog vollständig über Mitteleuropa ziehen würde. Mit Höchstwerten von 4 bis 8 Grad wäre dann typisches Aprilwetter mit Regen- und Graupelschauern zu erwarten.

Die Blüte der Forsythie zeigt an, dass der Erstfrühling nun begonnen hat.